Monika Pelz über „Die Verschwörung der Dichter“
Wie kamen Sie auf die Idee, ein historisches Buch für Jugendliche zu schreiben?
Die Arbeit an einer Biografie über Jean-Jacques Rousseau („Der hellwache Träumer“, erschienen im Beltz & Gelberg Verlag im Jahr 2005) machte mir Lust, über Denis Diderot zu schreiben. Seine historisch verbürgte Erfindung der Nonne Susanne Simonin gab mir die Idee zu diesem Roman.
Meinen Sie, dass Ihr Buch auch von Jungen gelesen werden wird?
Ich weiß es nicht. Aber es gibt immer Überraschungen.
Worin liegt für Sie die Herausforderung, für Kinder und Jugend zu schreiben?
Lesbarkeit bei literarischer Qualität. Eine harte, aber gute Schule. Für Erwachsene würde ich experimenteller, verspielter schreiben.
Inwieweit spielen Sie stilistisch mit der Sprache, um die Jugendlichen in die Welt Ihrer Geschichte zu ziehen?
Die Jugendbuchverlage wünschen generell keine stilistischen Spielereien, und sie wissen warum. Die Voraussetzungen und die Bereitschaft der Zielgruppe, sich darauf einzulassen, schwinden. Meine Bücher bewegen sich an der Grenze und sind dementsprechend ein absolutes Minderheitenprogramm. Ein so verspielter Roman wie „Die Diebe der Zeit“ (1984), ein jugendliterarisches Experiment wie „True Stories“ (1998) werden in Zukunft nicht mehr zu verlegen sein.
Was möchten Sie den Jugendlichen mit dieser historischen Geschichte von Liebe und Intrige mitteilen?
Unsere Zeit ähnelt in mancher Hinsicht den bleiernen Jahrzehnten vor der Französischen Revolution: Wie es weitergehen sollte, könnte und wird, weiß keiner so recht. Und was dann wirklich kam, hätte sich 1760 niemand vorstellen können. Eine „gläserne Decke“ schien jeden politischen Durchbruch zu verhindern. Was heute Kapitalismus ist, war damals das Ancien Régime. Die Spaßkultur wurde erfunden.
Ist durch solch einen Roman ein geschichtlicher Zugang oder ein Zugang zu geschichtlichen Fakten besser möglich als durch Geschichtsunterricht in der Schule?
Weiß ich nicht. Ich habe als Jugendliche gern historische Romane gelesen, mochte aber auch den Geschichtsunterricht und studierte schließlich Geschichte und Philosophie aus reinem Interesse.
Wie wichtig wäre die Illustration für Ihre Geschichte oder auch im Allgemeinen für Jugendbücher? Brauchen manche Jugendliche ein wenig mehr an Bildern für den Spaß am Lesen oder sollte das Wort an sich fesselnd genug sein?
Bei Jugendbüchern braucht es an sich keine Illustrationen. Biografien haben allerdings einen Bildteil, was ich für gut halte.
Welche Resonanz erhoffen Sie sich von den Medien durch den Kinder- und Jugendbuchpreis?
Da ich schon etliche Preise erhalten habe, weiß ich, wie wenig Resonanz das findet. Ich nehme es mehr als fachliche Anerkennung, und wenn Geld damit verbunden ist, freut mich das auch sehr.